Faustball 1.Liga: Starke Rheintaler Erstligisten
Die Heimrunde in der Widnauer Aegetenhalle nützten die beiden Rheintaler Erstligateams von Diepoldsau und Faustball Widnau mit jeweils drei Erfolgen zur Übernahme der Tabellenführung in der Auf- sowie der Abstiegsrunde.
Die jeweils vier Mannschaften starteten mit den halben Punkten aus der Qualifikation und absolvierten die Vorrunde. Die Rückrunde wird am kommenden Samstag in Wilen ausgetragen und dabei um die Medaillen sowie gegen die beiden Abstiegsplätze gekämpft.
Affeltrangen weiter
Eine Entscheidung ist mit der Teilnahme von Affeltrangen an der Aufstiegsrunde der vier Gruppensieger zur Nationalliga B bereits gefallen. Denn die Bildung einer neuen Faustballgemeinschaft Elgg-Ettenhausen bedeutet, dass keines der drei in der Aufstiegsrunde involvierten Reservetams aufsteigen kann.
Somit ist Affeltrangen als Teilnehmer der Ostschweizer Erstligagruppe an der Aufstiegsrunde schon vorbestimmt. Offen bleibt aber der Kampf um die Medaillen, die im Faustball in jeder Liga vergeben werden.
Titelkampf offen
Und da hat sich der Aufsteiger SVD Diepoldsau 2 mit drei überzeugenden Erfolgen die beste Ausgangslage für die Rückrunde geschaffen. Das ganz junge Rheininsler Team übernahm die Tabellenspitze. Punktegleich mit Affeltrangen, das mit zwei Punkten mehr zu den beiden Endrunden-Spieltagen antreten konnte.
Die beiden Führenden dürften den Titel und die Goldmedaille unter sich ausmachen. Für die Reserven der FG Rickenbach-Wilen (RiWi) bleibt wohl die bronzene Auszeichnung und Ettenhausen 2 hat sich die Medaillenchancen mit drei Niederlagen am Samstag bereits verspielt.
Junge Diepoldsauer
Diepoldsau 2 verblüffte in Widnau mit einer ganz jungen Mannschaft, deren Durchschnittsalter nur knapp über 18 Jahren liegt. Dank dem Erreichen der Aufstiegsrunde konnten die Rheintaler ohne Abstiegsdruck aufspielen. Sie nützten dies und überzeugten mit drei nie gefährdeten Siegen. Einzig der Auftaktsatz gegen Affeltrangen missriet, doch danach hatte sich das Team gefunden und steigerte sich zu einer geschlossen starken Mannschaftsleistung auf allen Positionen.
Die Partien der Aufstiegsrunde endeten bis auf die Letzte zwischen Affeltrangen und Ettenhausen 2 meist mit einem klaren Ergebnis, verliefen aber dennoch spielerisch recht ausgeglichen. Generell war aber ein Auf und Ab während den Partien festzustellen. So konnte in dieser letzten Partie Affeltrangen einen Satz mit 11:1 klar dominieren, um gleich den nächsten knapp mit 9:11 wieder zu verlieren.
Dominante Widnauer
Anders als die jungen Nachbarn müssen die Reserven von Faustball Widnau um den Ligaerhalt kämpfen. Dabei hilft ihnen die Möglichkeit, auf Routiniers zurück greifen zu können. So stärkte Mark Hüttig als Mittelspieler die Defensive und sorgte für die nötige Ruhe. Mit erst einem Einsatz in der Nationalliga A war der Nationalspieler in der ersten Liga noch spielberechtigt.
Und im Angriff reaktivierten die Widnauer ihren langjährigen Schlagmann Daniel Kehl. Der 35-Jährige ergänzte ideal den jungen Angreifer Raphael Ladner und wusste vor allem beim Blocken am Seil noch immer zu gefallen. Er sorgte für viele entscheidende Punkte.
So gelangen dem Heimteam drei klare Erfolge, die sie vom Tabellenende an die Spitze der Abstiegsrunde brachten. Faustball Widnau 2 hat gute Chancen, sich in der ersten Liga zu behaupten.
Ermatingen gefährdet
Dies gilt leider kaum noch für Ermatingen, das schon im letzten Winter hätte absteigen müssen. Da jedoch damals die zweite Mannschaft des Vereins vom Untersee als Zweitligameister den Aufstieg realisierte, konnte Ermatingen in der ersten Liga bleiben. Doch von dieser Möglichkeit kann Ermatingen in dieser Hallensaison nicht profitieren und nach den drei Niederlagen in Widnau sieht die Lage sehr bedrohlich aus.
Dabei hatte der Spieltag mit einer 7:0-Führung im Auftaktsatz gegen Waldkirch einen erfreulichen Auftakt genommen. Wohl siegte Ermatingen im ersten Abschnitt, doch danach schafften die Fürstenländer sicher die Wende mit drei klaren Satzerfolgen.
Die Thurgauer kämpften weiter verbissen, aber es sollte nicht sein. Nach einer knappen Niederlage im ersten Satz gegen Oberbüren wendeten sie im Zweiten einen Rückstand mit 4:9 noch zum Teilerfolg. Doch als sie im dritten Abschnitt zwei Satzbälle vergaben, war es um die Ermatinger geschehen.
Waldkirchs Verjüngung
Nach dem letztendlich klaren Sieg gegen Ermatingen unterlag Waldkirch unglücklich gegen die Widnauer Reserven. Nach einer klaren Niederlage im ersten Satz endeten die folgenden äusserst umstritten. Erst in der Verlängerung zogen die Fürstenländer nach dem Seitenwechsel in den Sätzen gleich, doch dann siegte das Heimteam wieder knapp im dritten Abschnitt.
Die Entscheidung fiel dann im vierten Durchgang, der nicht enden wollte. Waldkirch führte bis zum 10:8, vergab in der Folge sowie in der Verlängerung aber drei Satzbälle. Auch Widnau verpasste eine erste Möglichkeit, nutze aber die zweite und holte sich ein weiteres Punktepaar.
Waldkirch, das unter der Führung seines Spielertrainers Peter Sutter einen Generationenwechsel vollzieht, schaffte in der Schlussbegegnung mit Oberbüren einen weiteren sehr wichtigen Sieg. Die Partie schwappte hin und her. So auch im Entscheidungssatz.
Oberbüren nachlassend
Oberbüren führte mit 5:1, doch wie so oft lief in der Folge plötzlich nichts mehr. Vor allem im Angriff war das Team wie blockiert und nichts mehr wollte gelingen. Coach Hansjörg Bauer fehlte im knappen Kader einmal mehr die Möglichkeit zu Alternativen.
In der Folge kassierte Oberbüren acht Bälle in Serie und letztendlich die entscheidende Satzniederlage mit 6:11. Hauchdünn von der Auf- in die Abstiegsrunde verwiesen, muss der TSV Oberbüren plötzlich noch um den Verbleib in der ersten Liga bangen. /Cas
Feldmeisterschaft: Ligaerhalt für Waldkirch
Die Bildung der Faustballgemeinschaft Elgg-Ettenhausen hat auch Auswirkungen auf andere Teams der Ostschweiz. So kann Ettenhausen 2 als Sieger der Auf-/Abstiegsrunde in der Feldmeisterschaft nicht in die Nationalliga B aufsteigen, da die FG bereits mit einer Mannschaft dort vertreten ist.
Dafür rückt der TSV Waldkirch als Dritter nach und verbleibt somit auf dem Feld in der NLB. Als Zweitplatzierter hatte im September bekanntlich der TSV Oberbüren die Rückkehr in den Nationalliga-Faustball geschafft. /Cas
1. Liga / Ostschweiz
Relegationsrunde - Vorrunde in Widnau:
Waldkirch - Ermatingen 3:1 (5:11, 11:4, 11:8, 11:5)
Oberbüren - Faustball Widnau 2 0:3 (7:11, 7:11, 7:11)
Waldkirch - Faustball Widnau 2 1:3 (5:11, 12:10, 9:11, 13:15)
Oberbüren - Ermatingen 3:1 (11:9, 10:12, 14:12, 11:3)
Ermatingen - Faustball Widnau 2 0:3 (8:11, 8:11, 5:11)
Oberbüren - Waldkirch 2:3 (4:11, 11:7, 11:8, 6:11, 6:11)
Finalrunde - Vorrunde in Widnau:
Ettenhausen 2 - RiWi 2 0:3 (7:11, 11:13, 6:11)
Affeltrangen - Diepoldsau 2 1:3 (11:7, 5:11, 8:11, 2:11)
Ettenhausen 2 - Diepoldsau 2 1:3 (7:11, 6:11, 11:7, 7:11)
Affeltrangen - RiWi 2 3:0 (11:9, 11:9, 11:7)
RiWi 2 - Diepoldsau 2 0:3 (10:12, 5:11, 8:11)
Affeltrangen - Ettenhausen 2 3:2 (11:5, 4:11, 11:1, 9:11, 11:3)
Zwischenrangliste Finalrunde:
1.* SVD Diepoldsau 2 10 Spiele 10 Punkte 25:15 Sätze
2.* STV Affeltrangen 10 10 25:13
3. FG RiWi 2 10 6 19:19
4. FBV Ettenhausen 2 10 4 20:23
Zwischenrangliste Relegationsrunde:
5. Faustball Widnau 2 10 8 19:18
6.* TSV Waldkirch 10 6 18:23
7.* TSV Oberbüren 10 6 22:23
8. STV Ermatingen 10 2 14:28
* für die Platzierung der punktegleichen Teams zählen die direkten Begegnungen
Die Rückrundenspiele werden am 16. Januar in Wilen ausgetragen





